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Der Pyrenäenberghund
Der größte aller weißen Hirtenhunde ist der Pyrenäenberghund. Wie sein Name verrät, handelt es sich um einen ursprünglich in den Pyrenäen verbreiteten
Hund. In jenen Tagen, als noch wilde Tiere in den Pyrenäen herumstreiften, wurden diese Hunde von den Hirten als treue Wächter und Beschützer der Viehherden gezüchtet. Dabei entstand ein Hund, dessen
Tapferkeit unübertroffen war, der seine Pflicht sehr ernsthaft und aufrichtig bis zur Selbstaufopferung für seinen Herrn oder seine Herde erfüllte.
Die Herkunft und Abstammung dieser Hunderasse liegt im Dunkel der Geschichte verborgen. Sicher ist, daß alle weißen Hirtenhunderassen sehr alt sind und im
wesentlichen die gleiche Abstammung haben. Im Laufe der Jahrhunderte kamen sie in verschiedene Regionen Europas, wo sich eigenständige, im Erscheinungsbild unter- schiedliche Hirtenhunderassen bildeten.
Die Eigenart der Pyreäenberghunde ist infolge ihrer Isolation in den hohen und rauhen Bergen ihrer Heimat durch die Zeit hindurch bewahrt worden. Erstmalig
wurde der Pyrenäenberghund im 15. Jahrhundert urkundlilch als Wächter in Schlössern der Pyrenäen erwähnt. Nachdem der Sonnenkönig, Ludwig XIV., im 17. Jahrhundert diese Rasse bei Hofe als imposante
Begleithunde eingeführt hatte, wurden diese Hunde in ganz Frankreich bekannt und beliebt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangte der Pyrenäenberghund nach England, wo bei der Zucht ganz besonders auf
die Erhaltung des Urtyps geachtet wurde. Inzwischen erfreut sich diese Rasse weltweit wachsender Beliebtheit.
In Deutschland wird der Pyrenäenberghund seit 1934 vom Klub für Ungarische Hirtenhunde e.V.
betreut. 1938 wurde das deutsche Zuchtbuch für Pyrenäenberghunde eröffnet mit der Wurfeintragung des Zwingers “von Waldenburg”. Weitere Zwingergründungen folgten, so daß trotz anfänglicher schmaler Zuchtbasis und der später aufkommenden Kriegsschwierigkeiten die deutsche Zucht der Pyrenäenberghunde bis 1944 gesichert war. In den Jahren nach dem Kriege brachten die nur noch wenigen Pyrenäenberghund-Besitzer viel Mühe und Opferbereitschaft auf, um die Zucht wieder auf eine tragbare Basis bringen zu können.
Der Pyrenäenberghund stellt sich als majestätischer Hund dar, der den Eindruck von Kraft und Harmonie ver- mittelt. Dieses Bild wird von dem vollen, langen
weißen Haar unterstrichen. In Deutschland wird die Farbflecken- zeichnung im weißen Haarkleid sehr geschätzt. Die Haarpflege ist problemlos. Meist bleibt es beim gelegentlichen Kämmen und Bürsten.
Im seinem Wesen ist dieser kraftvolle Hirtenhund ruhig und ausgeglichen. Er ist freundlich, kinderlieb und an- schmiegsam. Wenn es darauf ankommt, wird er
aber sein Reich und seine Familie mit großem Mut verteidigen. Bei richtiger Behandlung und Erziehung ist der Pyrenäenberghund ein vorzüglicher Familienhund und ein eindrucksvoller Beschützer für Haus und
Grundstück. Da ihm viel Bewegungsraum und Auslauf gegeben werden muß, sollte er in einer kleinen Stadtwohnung nicht gehalten werden.
Die FCI hat den Standard für Pyrenäenberghunde wie folgt aktualisiert:
FCI-Standard Nr. 137 / 05.06.2002 / D
Pyrenäen-Berghund (Chien de Montagne des Pyrénées)
Ursprung: Frankreich
Verwendung: Hirtenhund zum Schutz von Herden in den Bergen
Klassifikation FCI: Gruppe 2: Pinscher u nd Schnauzer - Molossoide - Schweizer Sennenhunde und andere Rassen. Sektion 2.2: Molossoide, Berghunde. Ohne Arbeitsprüfung
Kurzer geschichtlicher Abriss: Der Pyrenäen-Berghund ist seit undenklichen Zeiten in den Pyrenäen ansässig, war schon im
Mittelalter bekannt und wurde zur Bewachung der Schlösser verwendet; sein Vorhandensein wurde schon im 14. Jahrhundert durch Gaston Phoebus dokumentiert. Im 17. Jahrhundert war er als Gesellschaftshund
bereits geschätzt, er war auch am glanzvollen Hof Ludwig des XIV. anzutreffen. Die erste ausführliche Beschreibung dieses Hundes im Buch des Grafen von Bylandt stammt aus dem Jahre 1897. Zehn Jahre
später kam es zur Gründung des Rasseclubs und im Jahre 1923 ließ die “Vereinigung der Liebhaber der Pyrenäenhunde” auf Anregung von Herrn Bernard Sénac-Lagrange den offiziellen Standard der Rasse bei der
SCC (Société Cenmtrale Canine des France) eintragen. Der heutige Standard kommt dem im Jahre 1923 ausgearbeiteten immer noch sehr nahe; es sind vor allem Präzisierungen vorgenommen worden.
Allgemeines Erscheigungsbild: Großer, imposanter, kräftig gebauter Hund, jedoch nicht ohne eine gewisse Eleganz.
Wichtige Proportionen: Die größte Breite des Schädels entspricht seiner Länge. Der Fang ist etwas kürzer als dere Schädel. Die von der Bugspitze bis zum Sitzbeinhöcker gemessene Körperlänge übertrifft leicht die Widerristhöhe. Die Tiefe der Brust entspricht oder ist etwas geringer als die Hälfte der Widerristhöhe.
Verhälten / Charakter (Wesen): Da der Hund ausschließlich zum Schutz der Herden gegen Angriffe durch Raubtiere verwendet wurde, beruhte seine Zuchtauswahl auf seiner Eignung als Wächter, auf seinem achtungsgebietenden Auftreten und auch auf seiner Beziehung zu seiner Herde. Die sich hieraus ergebenenden Eigenschaften sind Kraft und Wendigkeit sowie Sanftmut und Bindung an seine Schützlinge. Dieser Schutzhund hat einen Hang zur Unabhängigkeit und Eigeninitiative, der von seinem Herrn eine gewisse Autorität erfordert.
Kopf: Nicht zu mächtig im Verhältnis zur Größe des Hundes; die Kopfseiten sind ziemlich flach.
Oberkopf: Die größte Breite des Schädels
entspricht seiner Länge. Er ist leicht gewölbt, da die Scheitelbeinleiste zu fühlen ist. Der Hinterhaupthöcker ist sichtbar, so dass der Schädel in seinem hinteren Teil die Form eines Spitzbogens hat.
Die Augenbrauenbögen sind nicht betont und die Stirnfurche ist beim Abtasten zwischen den Augen kaum fühlbar.
Stop: In sanfter Neigung
Gesichtsschädel:
Nasenschwamm: völlig schwarz
Fang: Breit, etwas kürzer als der Schädel,
sich allmählich zum Nasenschwamm hin verjüngend. Von oben gesehen hat er die Form eines V mit abgestumpfter Spitze. Er ist unter den Augen gut ausgefüllt.
Lefzen: Die wenig hängenden Lippen
bedecken knapp den Unterkiefer; sie sind schwarz oder sehr kräftig schwarz gefleckt, ebenso der Gaumen.
Kiefer/Zähne: Das Gebiss muss vollständig
sein, die Zähne sind gesund und weiß. Scherengebiss (die Schneidezähne des Oberkiefers stehen ohne Zwischenraum vor den unteren). Zangengebiss zulässig, auch dann, wenn die beiden mittleren Schneidezähne
des Unterkiefers nach vorne gekippt sind.
Augen: Eher klein, mandelförmig, leicht
schräg eingesetzt; im Ausdruck klug und bedächtig; von dunkler Bernsteinfarbe. Die schwarz geränderten Lider sind nie schlaff. Der Blick ist sanft und verträumt.
Ohren: In Augenhöhe angesetzt, ziemlich
klein, dreieckig mit abgerundeter Spitze. Sie hängen flach anliegend am Kopf herab und werden bei Aufmerksamkeit ein wenig höher getragen.
Hals: Kräftig, ziemlich kurz, mit wenig entwickelter Wamme.
Körper: Die von der Bugspitze bis zum
Sitzbeinhöcker gemessene Körperlänge übertrifft leicht die Widerristhöhe. Der Abstand vom Brustbein zum Boden beträgt ungefähr die Hälfte der Widerristhöhe, darf jedoch keinesfalls geringer sein. Obere
Profillinie: gut gefestigt. Widerrist: breit. Rücken: Von guter Länge, fest. Lenden: Mittellang. Kruppe: Leicht schräg mit ziemlich hervortretenden Hüftknochen.
Brust: Sie ist nicht allzu tief, aber
breit und lang. Sie reicht bis auf Höhe der Ellenbogen, aber nicht tiefer. Die Tiefe der Brust entspricht oder ist etwas geringer als die Hälfte der Widerristhöhe. Die Rippen sind leicht gerundet.
Flanken: wenig tief.
Rute: Sie reicht mindestens bis zum
Sprunggelenkhöcker. Sie ist buschig und bildet eine Fahne. In Ruhestellung wird sie tief getragen, vorzugsweise mit einem Haken am Rutenende; bei Aufmerksamkeit wird sie hoch und stark gerundet über dem
Rücken getragen, wobei nur die Rutenspitze die Lendengegend berührt (er “schlägt ein Rad”, “arroundera” in der Sprache der pyrenäischen Bergbewohner).
Gliemaßen: Vorderhand: Die Vorderläufe
sind kräftig und stehen senkrecht. Schultern: mittelmäßig schräg. Oberarm: Gut bemustkelt, mittellang. Unterarm: Gerade, kräftig, gut befedert. Vorderfußwurzelgelenk: In der Verlängerung des Unterarmes
platziert. Vordermittelfuß: Leicht schräg stehend. Vorderpfoten: etwas länglich, kompakt, mit etwas gewölbten Zehen.
Hinterhand: Die Befederung an den
Hinterläufen ist reicher und länger als an den Vorderläufen. Von hinten gesehen stehen die Hintergliedmaßen senkrecht zum Boden. Oberschenkel: Nicht sehr lang, mittelmäßig schräg; die Muskulatur ist
stark etnwickelt und rundlich vorstehend. Knie: Mäßig gewinkelt, parallel zur Körperachse gelagert.
Unterschenkel: mittellang, kräftig.
Sprunggelenk: Breit, trocken, mittelmäßig gewinkelt.
Hinterpfoten: Etwas länglich, komnpakt, mit etwas gewölbten Zehen.
Afterkrallen: Beide Hinterläufe tragen
doppelte, gut entwickelte Afterkrallen. Die Vorderläufe tragen manchmal einfache oder doppelte Afterkrallen.
Gnagwerk / Bewegung: Die Bewegung des
Pyrenäen-Berghundes ist kraftvoll und frei, niemals schwerfällig; der Bewegungsablauf ist eher weit ausgreifend als schnell und zeigt durchaus Geschmeidigkeit und Eleganz. Die Winkelungen erlauben dem
Hund eine gleichmäßige, ausdauernde Fortbewegung.
Haut: Dick und geschmeidig; sie weist oft am ganzen Körper Pigmentflecken auf.
Haarkleid: Haar: Dicht und schlicht,
ziemlich lang und geschmeidig; auf den Schultern u nd am Rücken ziemlich spröde; länger an der Rute und um den Hals, wo es leicht gewellt sein darf. Das Haar der “Hosen” ist feiner, wolliger und sehr
dicht. Die Unterwolle ist ebenfalls sehr dicht. Farbe: weiß oder weiß mit grauen (dachsfarbenen oder wolfsgrauen), blassgelben oder orangefarbenen (rostigen) Flecken an Kopf, Ohren und Rutenansatz,
manchmal auch auf dem Körper. Die dachsfarbenen Flecken werden bevorzugt.
Größe und Gewicht: für Rüden
70 - 80 cm für Hüninnen 65 - 75 cm. Sehr typischen Hunden wird nach oben eine Toleranz von 2 cm zugestanden. Gewicht: Rüden ungefähr 60 kg, Hüninnen ungefähr 45 kg.
Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten
Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Allgemeines Erscheinungsbild: Den Eindruck
von Schwerfälligkeit erweckend, ohne Adel. Dicker, schlaffer, träger Hund. Kopf: Zu schwer, rechteckig. Schädel: zu breit, gewölbte Stirn. Zu betonter oder fehlender Stop. Zu stark hängende,
lefzenförmige Lippen. Ungenügende Pigmentierung von Nasenschwamm, Lidrändern und Lippen. Augen: Rund, hell, tiefliegend oder vorstehend, zu groß oder zu klein, zu dicht beieinander liegend oder zu weit
auseinander stehend. Nickhaut sichtbar. Ausdruck hart. Ohren: Breit, lang, eingedreht, gefaltet, zu hoch angesetzt oder nach hinten zurückgelegt getragen. Hals: Dünn, etwas lang oder im Gegenteil zu
kurz, den Eindruck erweckend, der Kopf befinde sich zwischen den Schultern. Zu stark entwickelte Wamme. Körper: Oberlinie eingesunken oder gewölbt, überbaut. Vorderbrust zu breit oder zu schmal, Rippen
flach oder im Gegenteil tonnenförmig. Bauch windhundartig aufgezogen oder hängend. Rute: Nicht dicht behaart oder schlecht getrafen; zu kurz oder zu lang, ohne Befederung; Ausbleiben oder ständiges
“Radschlagen” selbst in Ruhestellung. Vorderhand: Schulterblatt-/Oberarmwinkel zu offen. Zehenweit oder zeheneng. Hinterhand: Steiles oder übertrieben gewinkeltes Sprunggelenk. Zehenweit oder zeheneng.
Pfoten: Lang, flach. Haar: Kurz oder gekräuselt, seidig, weich; fehlende Unterwolle.
Ausschließende Fehler:
Nasenschwamm: von anderer Farbe als schwarz. Kiefer/Zähne: Vor- oder Rückbiss sowie jede Missbildung der Kiefer. Augen: Depigmentierte Augenlider, gelbe Augen. Afterkrallen: Keine Afterkrallen, einfache oder verkümmerte doppelte Afterkrallen an den hinteren Gliedmaßen. Haarfarbe: andere Farben als im Standard angegeben. Größe: Außerhalb der zulässigen Grenzen.
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich
normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
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